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ThingsBoard CE vs PE 2026: Wann die kostenlose Edition reicht – und welche PE-Features Sie selbst nachbauen können

29. Mai 2026
Timo WevelsiepTimo Wevelsiep
thingshost

ThingsBoard CE vs PE 2026: Wann die kostenlose Edition reicht – und welche PE-Features Sie selbst nachbauen können

ThingsBoard CE vs PE 2026: Feature-Vergleich, Cloud-Kosten und wann die kostenlose Community Edition reicht – plus welche PE-Features Sie nachbauen.

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Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

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ThingsBoard ist eine der ausgereiftesten Open-Source-IoT-Plattformen am Markt – und gleichzeitig steht jedes Projekt früher oder später vor derselben Frage: Community Edition oder Professional Edition? Die naheliegende Annahme, die kostenlose CE sei eine abgespeckte Demoversion und die „echte" Plattform beginne erst bei PE, ist dabei falsch. ThingsBoard selbst bezeichnet die Community Edition als die feature-reichste Open-Source-IoT-Plattform der Welt – und das ist keine Marketing-Übertreibung.

Multi-Tenancy, Clustering für Millionen Geräte, die Rule Engine inklusive KI-Knoten, Echtzeit-Dashboards und sogar die Mobile App sind vollständig in der CE enthalten. Rund 80 Prozent aller Code-Änderungen fließen in die freie Edition. Die eigentliche Entscheidung lautet deshalb nicht „kostenlos versus vollständig", sondern: Brauchen Sie die spezifischen Enterprise-Features der Professional Edition – und falls ja, welche davon lassen sich mit ergänzender Open Source oder etwas Eigenarbeit abdecken, um bei der kostenlosen CE zu bleiben? Dieser Beitrag stellt beide Editionen mit der offiziellen Feature-Matrix gegenüber, rechnet die Kosten der ThingsBoard Cloud durch und gibt eine ehrliche Entscheidungshilfe – inklusive der klaren Benennung, wo CE an Grenzen stößt, die sich nicht sinnvoll umgehen lassen.

Auch interessant: ThingsBoard Hosting: Cloud vs. Self-Hosted vs. Managed · ThingsBoard vs. AWS IoT Core


Die zwei Editionen im Überblick

Beide Editionen teilen denselben Kern. In CE wie PE enthalten sind die Anbindung von Geräten über die Standard-Protokolle MQTT, CoAP, HTTP, SNMP und LWM2M, der industrielle IoT-Gateway mit Modbus-, OPC-UA- und BACnet-Konnektoren, das Modellieren von Geräten und Assets als digitale Zwillinge, die Rule Engine zur Datenverarbeitung und Alarmierung, Echtzeit-Dashboards, Multi-Tenancy und eine clusterfähige Architektur für Millionen von Geräten. Auch Audit-Logging und das Benutzer-Management gehören zum gemeinsamen Fundament.

Die Professional Edition setzt darauf auf. Sie enthält alles aus der CE und ergänzt jene Funktionen, die vor allem für Enterprise-Szenarien und das Vermarkten eigener IoT-Produkte relevant sind. PE ist damit kein „CE mit den eigentlich wichtigen Features", sondern CE plus eine klar abgegrenzte Enterprise-Schicht.


Die vollständige Feature-Matrix

Feature Community Edition Professional Edition
Device- & Asset-Modeling, Rule Engine, AI Rule Nodes ✓ ✓
Echtzeit-Dashboards & Mobile App ✓ ✓
Multi-Tenancy & Clustering (Millionen Geräte) ✓ ✓
Standard-Protokolle (MQTT, CoAP, HTTP, SNMP, LWM2M) ✓ ✓
Industrial Gateway (Modbus, OPC-UA, BACnet) ✓ ✓
OTA-Updates, Bulk-Provisioning, Claiming-API ✓ ✓
User Management & Audit Logging ✓ ✓
SSO / OAuth2 (OIDC-IdP-Anbindung) ✓ ✓
LPWAN: LoRaWAN & Sigfox ✗ ✓
System-Integrationen (AWS IoT, Azure IoT, Kafka, PubSub) ✗ ✓
Advanced RBAC (granulare Custom-Rollen) ✗ ✓
White-Labeling ✗ ✓
Reporting & Scheduling ✗ ✓
Codec Library (400+ Decoder) & Solution Templates ✗ ✓
Secrets Storage ✗ ✓
Managed Public / Private Cloud, SLA-Support ✗ ✓

Der überraschende Befund: Die linke Spalte ist sehr lang. Für den Großteil klassischer IoT-Use-Cases – Geräte anbinden, Daten verarbeiten, visualisieren, alarmieren – liefert CE alles Nötige. Die PE-Spalte ist nahezu vollständig eine Enterprise- und Go-to-Market-Schicht.


Was nur PE kann – und ob Sie es wirklich brauchen

Drei Bereiche werden am häufigsten als Grund für PE genannt – und sie verdienen einen genaueren Blick: Einer ist gar nicht PE-exklusiv, einer lässt sich mit ergänzender Open Source nachbauen, und einer ist echte PE-Domäne.

LoRaWAN/Sigfox – und die ChirpStack-Alternative

Die native LoRaWAN-Integration mit über 400 vorgefertigten Payload-Decodern ist PE-exklusiv und sehr komfortabel. Wer bei CE bleiben will, schaltet einen eigenen LoRaWAN-Network-Server wie ChirpStack vor: ChirpStack empfängt und dekodiert die Sensordaten und leitet sie per MQTT oder HTTP an ThingsBoard CE weiter. Das kostet etwas mehr Einrichtungsaufwand und die Pflege der Decoder, vermeidet aber die PE-Lizenz. Wer diesen Weg nicht selbst betreiben will, kann ChirpStack auch als Managed Service über unsere Schwestermarke chirphost beziehen.

SSO/OAuth2 ist in CE enthalten – Advanced RBAC ist die PE-Grenze

Ein verbreiteter Irrtum: SSO sei PE-only. Tatsächlich unterstützt die Community Edition nativ OAuth 2.0 und OIDC und lässt sich direkt an externe Identity Provider wie Authentik, Keycloak, Okta, Auth0 oder Azure anbinden – inklusive Zuordnung externer Accounts zu Tenants und Customers. Ein vorgeschalteter Reverse-Proxy ist dafür nicht nötig. Wer eine gemanagte IdP-Instanz dazu möchte, bekommt Authentik als Managed Service über unsere Schwestermarke authhost. Die echte PE-Grenze ist Advanced RBAC: granulare Custom-Rollen und feingranulare Berechtigungen sind PE-exklusiv. Wer nur Login per SSO braucht, kommt mit CE aus; wer komplexe, rollenbasierte Zugriffsmodelle mit eigenen Rollen abbilden muss, braucht PE.

White-Labeling, Reporting, Solution Templates – echte PE-Domäne

Hier endet der Nachbau. White-Labeling (ThingsBoard als eigenes Produkt verkaufen), automatisiertes Reporting an Kunden, die 400+-Codec-Library als Komfortfunktion und Solution Templates sind PE-Domänen, die sich mit Open Source nicht sauber ersetzen lassen. Wer diese Funktionen geschäftlich braucht, für den ist PE die richtige – und oft wirtschaftlichere – Wahl.


Die Kostenfrage

CE selbst ist kostenlos; Kosten entstehen nur durch den Betrieb. Bei PE hängt es stark vom Modell ab. Die ThingsBoard Cloud rechnet pro Gerät ab – ab etwa 0,30 US-Dollar je Gerät, mit Plan-Mindestbeträgen:

ThingsBoard Cloud (PE) Ungefähre Device-Kosten / Monat
500 Geräte ab ca. 399 $
2.000 Geräte ca. 1.049 $
5.000 Geräte ca. 1.949 $
Managed Private Cloud (5.000 Geräte, 500 GB, 99,9 % SLA) ab 1.499 $

Hinzu kommen Datenpunkt-Limits: Jeder Telemetrie-Wert zählt. Ein Sensor, der alle fünf Minuten sendet, erzeugt rund 8.640 Datenpunkte pro Monat – bei 500 Sensoren sind das etwa 4,3 Millionen Datenpunkte monatlich, und Überschreitungen kosten extra.

Der teuerste Fehler ist, aus Bequemlichkeit in die per-Device abgerechnete Cloud zu gehen, obwohl ein self-hosted oder managed CE-Setup ohne Per-Device-Kosten gereicht hätte. Bei großen Sensorflotten ist der Unterschied schnell fünfstellig pro Jahr. Die Deployment-Optionen im Detail – Cloud, Self-Hosted und Managed – vergleicht unser Beitrag ThingsBoard Hosting: Cloud vs. Self-Hosted vs. Managed.

Preise in US-Dollar, Stand Mai 2026, ungefähre Werte zuzüglich möglicher Datenpunkt-Überschreitungen. Funktionen und Preise können sich jederzeit ändern – bitte direkt bei ThingsBoard prüfen.


Die Entscheidungs-Matrix

Wann CE reicht

  • Standard-IoT-Use-Cases: Geräte anbinden, Daten verarbeiten, Dashboards, Alarme
  • Self-Hosting mit eigenem oder Managed-Betrieb
  • Kein Bedarf an White-Labeling oder automatisiertem Reporting
  • LoRaWAN über ein vorgeschaltetes ChirpStack lösbar
  • Authentifizierung über internes User Management (oder Proxy) ausreichend

Wann PE lohnt

  • White-Labeling nötig (ThingsBoard als eigenes Produkt verkaufen)
  • LoRaWAN/Sigfox mit Komfort und 400+ Codecs out of the box
  • Advanced RBAC mit granularen Custom-Rollen und echtem Rollen-Mapping
  • Automatisiertes Reporting an Kunden
  • SLA-gebundener Support erforderlich

Der wichtigste Risikopuffer: Die Migration von CE auf PE ist nahtlos. Sie können auf CE starten, den Projektwert validieren und erst bei konkretem Bedarf upgraden – ohne Plattformwechsel und ohne Datenverlust. Wer mit CE beginnt, legt sich also nicht fest.


Datensouveränität – wo liegen Ihre Daten?

Ein Punkt, der in reinen Feature-Vergleichen oft untergeht: ThingsBoard Inc. sitzt in New York, und die ThingsBoard Cloud läuft auf AWS-Infrastruktur mit EU- und US-Clustern. Auch bei Wahl des EU-Clusters bleibt ein US-Unternehmen der Betreiber – es greift dieselbe CLOUD-Act- und Datensouveränitäts-Frage wie bei anderen US-Cloud-Diensten. Für personenbeziehbare oder sensible Industriedaten ist das ein relevanter Faktor. Wer die volle Datenhoheit braucht, betreibt ThingsBoard CE oder PE self-managed oder über einen deutschen Managed-Anbieter, der die Daten in EU-souveräner Infrastruktur hält, etwa als Managed ThingsBoard Hosting in Deutschland. Wie sich ThingsBoard gegenüber einer reinen US-Hyperscaler-Plattform positioniert, zeigt ThingsBoard vs. AWS IoT Core.

Hinweis: Kein Rechtsrat. Bei konkreten Compliance-Fragen sollten Datenschutz- und Rechtsberatung hinzugezogen werden.


Fazit

Die Frage „CE oder PE" wird oft falsch gestellt – als ginge es um „kostenlos aber eingeschränkt" gegen „teuer aber vollständig". Tatsächlich ist die Community Edition für die überwiegende Mehrheit der Self-Hosting-Szenarien voll ausreichend. PE ergänzt eine klar abgegrenzte Enterprise-Schicht – LoRaWAN-Komfort, Advanced RBAC mit granularem Rollen-Mapping, White-Labeling, Reporting –, die für manche Use Cases genau richtig und für viele andere schlicht nicht nötig ist. Manche dieser Features lassen sich mit ergänzender Open Source (ChirpStack, Authentik) teilweise nachbauen, andere bewusst nicht.

Managed ThingsBoard von thingshost nimmt Ihnen die Edition-Entscheidung nicht ab, aber den Betrieb – für beide Editionen:

  • ✓ Community oder Professional Edition – wir betreiben beide
  • ✓ Flatrate statt Per-Device-Kosten der Cloud
  • ✓ Daten in deutscher Infrastruktur statt US-AWS
  • ✓ Hosting, Updates, Backups, Monitoring und Support inklusive Leistungsumfang und Bereitstellung mit WZ-IT abstimmen. Bereitstellung und Vertragsbedingungen werden mit WZ-IT im Angebot vereinbart. Es gibt kein Self-Service-Portal und kein automatisches Testabonnement.

Was Standard und Premium kosten und wie die Staffelung nach Geräten läuft, zeigen die thingshost-Preise für CE und PE.

Was die PE-Lizenz allein kostet und was im Managed-Preis zusätzlich enthalten ist, steht durchgerechnet auf der Seite zur ThingsBoard Cloud Alternative.

Leistungsumfang und Bereitstellung mit WZ-IT abstimmen. Bereitstellung und Vertragsbedingungen werden mit WZ-IT im Angebot vereinbart. Es gibt kein Self-Service-Portal und kein automatisches Testabonnement.

Lesetipp: ThingsBoard Hosting: Cloud vs. Self-Hosted vs. Managed und ThingsBoard vs. Grafana.


Quellen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ThingsBoard CE und PE?▼
ThingsBoard Community Edition (CE) ist die kostenlose, quelloffene Version unter Apache-2.0-Lizenz mit allen Kern-Funktionen: Geräteverwaltung, Dashboards, Rule Engine, Multi-Tenancy und Clustering für Millionen Geräte. Professional Edition (PE) enthält alles aus CE und ergänzt Enterprise-Funktionen: LoRaWAN- und Sigfox-Integration, Advanced Role-Based Access Control, White-Labeling, automatisiertes Reporting, eine Codec-Bibliothek mit über 400 Decodern sowie Managed-Cloud-Optionen mit SLA. Rund 80 Prozent aller Code-Änderungen fließen laut ThingsBoard in die CE.
Ist ThingsBoard CE wirklich kostenlos?▼
Ja, vollständig. Die Community Edition steht unter der Apache-2.0-Lizenz und darf auch kommerziell genutzt werden. Es gibt keine Geräte-Limits, keine Per-Device-Gebühren und keine Funktionssperren in den Kernbereichen. Die einzigen Kosten entstehen durch den Betrieb: Server-Infrastruktur und Wartung, sei es als eigene Arbeitszeit beim Self-Hosting oder als Pauschale bei einem Managed-Anbieter.
Welche Features fehlen der Community Edition?▼
Der Community Edition fehlen vor allem Enterprise- und Go-to-Market-Funktionen: native LoRaWAN- und Sigfox-Integration, System-Integrationen zu AWS IoT, Azure IoT und Kafka, Advanced Role-Based Access Control, Secrets Storage, White-Labeling, automatisiertes Reporting, Solution Templates und die Codec-Bibliothek mit über 400 Decodern. Außerdem sind die Managed-Cloud-Optionen und der SLA-gebundene Support PE-exklusiv. Die Kern-Funktionalität für Geräteanbindung, Datenverarbeitung und Visualisierung ist jedoch vollständig in der CE enthalten.
Kann ich später von CE auf PE wechseln?▼
Ja, die Migration von CE auf PE ist nahtlos. Man kann ein Projekt auf der Community Edition starten, seinen Wert validieren und später auf PE upgraden, ohne die Plattform zu wechseln oder Daten zu verlieren. Das reduziert das Risiko, mit CE zu beginnen, erheblich – man legt sich nicht fest und kann bei wachsendem Bedarf aufrüsten.
Brauche ich ThingsBoard PE für ein LoRaWAN-Projekt?▼
Nicht zwingend. Die native LoRaWAN-Integration mit über 400 vorgefertigten Payload-Decodern ist zwar PE-exklusiv und sehr komfortabel. Wer aber bei der kostenlosen Community Edition bleiben möchte, kann einen eigenen LoRaWAN-Network-Server wie ChirpStack vorschalten. ChirpStack empfängt die Sensordaten, dekodiert sie und leitet sie per MQTT oder HTTP an ThingsBoard CE weiter. Das erfordert etwas mehr Einrichtungsaufwand und das Pflegen der Payload-Decoder, vermeidet aber die PE-Lizenzkosten. Für Projekte, bei denen LoRaWAN-Komfort und Time-to-Market zählen, kann PE trotzdem die wirtschaftlichere Wahl sein.
Was kostet ThingsBoard Professional Edition?▼
Es gibt mehrere Modelle. Die ThingsBoard Cloud rechnet pro Gerät ab, beginnend bei etwa 0,30 US-Dollar pro Gerät, mit Mindestbeträgen je Plan – bei 500 Geräten sind das mindestens rund 399 US-Dollar im Monat, bei 5.000 Geräten knapp 2.000 US-Dollar, jeweils zuzüglich möglicher Datenpunkt-Überschreitungen. Eine dedizierte Managed Private Cloud startet bei rund 1.499 US-Dollar monatlich. Für Self-managed PE gibt es eine Perpetual-Lizenz (ab ca. 4.999 US-Dollar) oder ein Pay-as-you-go-Modell. Die Per-Device-Kosten machen die Cloud bei großen Sensorflotten teuer.
Kann ich SSO in ThingsBoard CE nutzen?▼
Ja, nativ. Die Community Edition unterstützt OAuth 2.0 und OIDC und lässt sich direkt an externe Identity Provider wie Authentik, Keycloak, Okta, Auth0 oder Azure anbinden – inklusive Zuordnung externer Accounts zu Tenants und Customers. Ein vorgeschalteter Reverse-Proxy ist dafür nicht nötig. PE-exklusiv ist nicht das SSO selbst, sondern Advanced RBAC: granulare Custom-Rollen und feingranulare Berechtigungen. Wer also nur Login per SSO braucht, kommt mit CE aus; wer komplexe rollenbasierte Zugriffsmodelle mit eigenen Rollen abbilden muss, braucht PE.
Wo werden meine Daten bei ThingsBoard Cloud gespeichert?▼
Die ThingsBoard Cloud wird von ThingsBoard Inc. mit Sitz in New York betrieben und läuft auf AWS-Infrastruktur mit EU- und US-Clustern. Auch bei Wahl des EU-Clusters bleibt es ein US-Unternehmen als Betreiber, womit dieselben Datensouveränitäts- und CLOUD-Act-Fragen entstehen wie bei anderen US-Cloud-Diensten. Wer die volle Datenhoheit braucht, betreibt ThingsBoard CE oder PE self-managed oder über einen deutschen Managed-Anbieter, der die Daten in EU-souveräner Infrastruktur hält.
Wann sollte ich CE und wann PE wählen?▼
CE reicht für die meisten Standard-IoT-Projekte: Geräte anbinden, Daten verarbeiten, Dashboards bauen, Alarme auslösen – alles ohne Per-Device-Kosten. PE lohnt sich, wenn konkrete Enterprise-Anforderungen bestehen: White-Labeling, um ThingsBoard als eigenes Produkt zu verkaufen; native LoRaWAN-Integration mit Komfort; Advanced RBAC mit granularen Rollen; natives SSO; automatisiertes Reporting an Kunden; oder ein SLA-gebundener Support. Eine pragmatische Strategie ist, auf CE zu starten, den Projektwert zu validieren und erst bei konkretem Bedarf auf PE zu wechseln – die Migration ist nahtlos und das Risiko damit gering.
Lohnt sich Managed Hosting gegenüber der ThingsBoard Cloud?▼
Das hängt von Geräteanzahl und Anforderungen ab. Die ThingsBoard Cloud ist bequem, wird aber durch das Per-Device-Pricing bei großen Flotten teuer und liegt auf US-Cloud-Infrastruktur. Ein Managed-Anbieter, der ThingsBoard CE oder PE auf eigener Infrastruktur betreibt, kann eine Pauschale statt Per-Device-Abrechnung anbieten und die Daten in EU-souveräner Umgebung halten – bei gleichzeitiger Abnahme des Betriebsaufwands für PostgreSQL, Updates, Backups und Monitoring. Für DACH-Unternehmen mit vielen Sensoren und Datenschutz-Anforderungen ist das oft die wirtschaftlich und rechtlich sauberere Lösung als die offizielle Cloud.
Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-founder, WZ-IT

Gründer von WZ-IT. Managed ThingsBoard IoT-Plattform Hosting. Fokus auf IoT-Infrastruktur, Datenvisualisierung und skalierbare Device-Management-Lösungen.

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