ThingsBoard CE vs PE 2026: Wann die kostenlose Edition reicht – und welche PE-Features Sie selbst nachbauen können
ThingsBoard CE vs PE 2026: Wann die kostenlose Edition reicht – und welche PE-Features Sie selbst nachbauen können
ThingsBoard CE vs PE 2026: Feature-Vergleich, Cloud-Kosten und wann die kostenlose Community Edition reicht – plus welche PE-Features Sie nachbauen.
Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.
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ThingsBoard ist eine der ausgereiftesten Open-Source-IoT-Plattformen am Markt – und gleichzeitig steht jedes Projekt früher oder später vor derselben Frage: Community Edition oder Professional Edition? Die naheliegende Annahme, die kostenlose CE sei eine abgespeckte Demoversion und die „echte" Plattform beginne erst bei PE, ist dabei falsch. ThingsBoard selbst bezeichnet die Community Edition als die feature-reichste Open-Source-IoT-Plattform der Welt – und das ist keine Marketing-Übertreibung.
Multi-Tenancy, Clustering für Millionen Geräte, die Rule Engine inklusive KI-Knoten, Echtzeit-Dashboards und sogar die Mobile App sind vollständig in der CE enthalten. Rund 80 Prozent aller Code-Änderungen fließen in die freie Edition. Die eigentliche Entscheidung lautet deshalb nicht „kostenlos versus vollständig", sondern: Brauchen Sie die spezifischen Enterprise-Features der Professional Edition – und falls ja, welche davon lassen sich mit ergänzender Open Source oder etwas Eigenarbeit abdecken, um bei der kostenlosen CE zu bleiben? Dieser Beitrag stellt beide Editionen mit der offiziellen Feature-Matrix gegenüber, rechnet die Kosten der ThingsBoard Cloud durch und gibt eine ehrliche Entscheidungshilfe – inklusive der klaren Benennung, wo CE an Grenzen stößt, die sich nicht sinnvoll umgehen lassen.
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Die zwei Editionen im Überblick
Beide Editionen teilen denselben Kern. In CE wie PE enthalten sind die Anbindung von Geräten über die Standard-Protokolle MQTT, CoAP, HTTP, SNMP und LWM2M, der industrielle IoT-Gateway mit Modbus-, OPC-UA- und BACnet-Konnektoren, das Modellieren von Geräten und Assets als digitale Zwillinge, die Rule Engine zur Datenverarbeitung und Alarmierung, Echtzeit-Dashboards, Multi-Tenancy und eine clusterfähige Architektur für Millionen von Geräten. Auch Audit-Logging und das Benutzer-Management gehören zum gemeinsamen Fundament.
Die Professional Edition setzt darauf auf. Sie enthält alles aus der CE und ergänzt jene Funktionen, die vor allem für Enterprise-Szenarien und das Vermarkten eigener IoT-Produkte relevant sind. PE ist damit kein „CE mit den eigentlich wichtigen Features", sondern CE plus eine klar abgegrenzte Enterprise-Schicht.
Die vollständige Feature-Matrix
| Feature | Community Edition | Professional Edition |
|---|---|---|
| Device- & Asset-Modeling, Rule Engine, AI Rule Nodes | ✓ | ✓ |
| Echtzeit-Dashboards & Mobile App | ✓ | ✓ |
| Multi-Tenancy & Clustering (Millionen Geräte) | ✓ | ✓ |
| Standard-Protokolle (MQTT, CoAP, HTTP, SNMP, LWM2M) | ✓ | ✓ |
| Industrial Gateway (Modbus, OPC-UA, BACnet) | ✓ | ✓ |
| OTA-Updates, Bulk-Provisioning, Claiming-API | ✓ | ✓ |
| User Management & Audit Logging | ✓ | ✓ |
| SSO / OAuth2 (OIDC-IdP-Anbindung) | ✓ | ✓ |
| LPWAN: LoRaWAN & Sigfox | ✗ | ✓ |
| System-Integrationen (AWS IoT, Azure IoT, Kafka, PubSub) | ✗ | ✓ |
| Advanced RBAC (granulare Custom-Rollen) | ✗ | ✓ |
| White-Labeling | ✗ | ✓ |
| Reporting & Scheduling | ✗ | ✓ |
| Codec Library (400+ Decoder) & Solution Templates | ✗ | ✓ |
| Secrets Storage | ✗ | ✓ |
| Managed Public / Private Cloud, SLA-Support | ✗ | ✓ |
Der überraschende Befund: Die linke Spalte ist sehr lang. Für den Großteil klassischer IoT-Use-Cases – Geräte anbinden, Daten verarbeiten, visualisieren, alarmieren – liefert CE alles Nötige. Die PE-Spalte ist nahezu vollständig eine Enterprise- und Go-to-Market-Schicht.
Was nur PE kann – und ob Sie es wirklich brauchen
Drei Bereiche werden am häufigsten als Grund für PE genannt – und sie verdienen einen genaueren Blick: Einer ist gar nicht PE-exklusiv, einer lässt sich mit ergänzender Open Source nachbauen, und einer ist echte PE-Domäne.
LoRaWAN/Sigfox – und die ChirpStack-Alternative
Die native LoRaWAN-Integration mit über 400 vorgefertigten Payload-Decodern ist PE-exklusiv und sehr komfortabel. Wer bei CE bleiben will, schaltet einen eigenen LoRaWAN-Network-Server wie ChirpStack vor: ChirpStack empfängt und dekodiert die Sensordaten und leitet sie per MQTT oder HTTP an ThingsBoard CE weiter. Das kostet etwas mehr Einrichtungsaufwand und die Pflege der Decoder, vermeidet aber die PE-Lizenz. Wer diesen Weg nicht selbst betreiben will, kann ChirpStack auch als Managed Service über unsere Schwestermarke chirphost beziehen.
SSO/OAuth2 ist in CE enthalten – Advanced RBAC ist die PE-Grenze
Ein verbreiteter Irrtum: SSO sei PE-only. Tatsächlich unterstützt die Community Edition nativ OAuth 2.0 und OIDC und lässt sich direkt an externe Identity Provider wie Authentik, Keycloak, Okta, Auth0 oder Azure anbinden – inklusive Zuordnung externer Accounts zu Tenants und Customers. Ein vorgeschalteter Reverse-Proxy ist dafür nicht nötig. Wer eine gemanagte IdP-Instanz dazu möchte, bekommt Authentik als Managed Service über unsere Schwestermarke authhost. Die echte PE-Grenze ist Advanced RBAC: granulare Custom-Rollen und feingranulare Berechtigungen sind PE-exklusiv. Wer nur Login per SSO braucht, kommt mit CE aus; wer komplexe, rollenbasierte Zugriffsmodelle mit eigenen Rollen abbilden muss, braucht PE.
White-Labeling, Reporting, Solution Templates – echte PE-Domäne
Hier endet der Nachbau. White-Labeling (ThingsBoard als eigenes Produkt verkaufen), automatisiertes Reporting an Kunden, die 400+-Codec-Library als Komfortfunktion und Solution Templates sind PE-Domänen, die sich mit Open Source nicht sauber ersetzen lassen. Wer diese Funktionen geschäftlich braucht, für den ist PE die richtige – und oft wirtschaftlichere – Wahl.
Die Kostenfrage
CE selbst ist kostenlos; Kosten entstehen nur durch den Betrieb. Bei PE hängt es stark vom Modell ab. Die ThingsBoard Cloud rechnet pro Gerät ab – ab etwa 0,30 US-Dollar je Gerät, mit Plan-Mindestbeträgen:
| ThingsBoard Cloud (PE) | Ungefähre Device-Kosten / Monat |
|---|---|
| 500 Geräte | ab ca. 399 $ |
| 2.000 Geräte | ca. 1.049 $ |
| 5.000 Geräte | ca. 1.949 $ |
| Managed Private Cloud (5.000 Geräte, 500 GB, 99,9 % SLA) | ab 1.499 $ |
Hinzu kommen Datenpunkt-Limits: Jeder Telemetrie-Wert zählt. Ein Sensor, der alle fünf Minuten sendet, erzeugt rund 8.640 Datenpunkte pro Monat – bei 500 Sensoren sind das etwa 4,3 Millionen Datenpunkte monatlich, und Überschreitungen kosten extra.
Der teuerste Fehler ist, aus Bequemlichkeit in die per-Device abgerechnete Cloud zu gehen, obwohl ein self-hosted oder managed CE-Setup ohne Per-Device-Kosten gereicht hätte. Bei großen Sensorflotten ist der Unterschied schnell fünfstellig pro Jahr. Die Deployment-Optionen im Detail – Cloud, Self-Hosted und Managed – vergleicht unser Beitrag ThingsBoard Hosting: Cloud vs. Self-Hosted vs. Managed.
Preise in US-Dollar, Stand Mai 2026, ungefähre Werte zuzüglich möglicher Datenpunkt-Überschreitungen. Funktionen und Preise können sich jederzeit ändern – bitte direkt bei ThingsBoard prüfen.
Die Entscheidungs-Matrix
Wann CE reicht
- Standard-IoT-Use-Cases: Geräte anbinden, Daten verarbeiten, Dashboards, Alarme
- Self-Hosting mit eigenem oder Managed-Betrieb
- Kein Bedarf an White-Labeling oder automatisiertem Reporting
- LoRaWAN über ein vorgeschaltetes ChirpStack lösbar
- Authentifizierung über internes User Management (oder Proxy) ausreichend
Wann PE lohnt
- White-Labeling nötig (ThingsBoard als eigenes Produkt verkaufen)
- LoRaWAN/Sigfox mit Komfort und 400+ Codecs out of the box
- Advanced RBAC mit granularen Custom-Rollen und echtem Rollen-Mapping
- Automatisiertes Reporting an Kunden
- SLA-gebundener Support erforderlich
Der wichtigste Risikopuffer: Die Migration von CE auf PE ist nahtlos. Sie können auf CE starten, den Projektwert validieren und erst bei konkretem Bedarf upgraden – ohne Plattformwechsel und ohne Datenverlust. Wer mit CE beginnt, legt sich also nicht fest.
Datensouveränität – wo liegen Ihre Daten?
Ein Punkt, der in reinen Feature-Vergleichen oft untergeht: ThingsBoard Inc. sitzt in New York, und die ThingsBoard Cloud läuft auf AWS-Infrastruktur mit EU- und US-Clustern. Auch bei Wahl des EU-Clusters bleibt ein US-Unternehmen der Betreiber – es greift dieselbe CLOUD-Act- und Datensouveränitäts-Frage wie bei anderen US-Cloud-Diensten. Für personenbeziehbare oder sensible Industriedaten ist das ein relevanter Faktor. Wer die volle Datenhoheit braucht, betreibt ThingsBoard CE oder PE self-managed oder über einen deutschen Managed-Anbieter, der die Daten in EU-souveräner Infrastruktur hält, etwa als Managed ThingsBoard Hosting in Deutschland. Wie sich ThingsBoard gegenüber einer reinen US-Hyperscaler-Plattform positioniert, zeigt ThingsBoard vs. AWS IoT Core.
Hinweis: Kein Rechtsrat. Bei konkreten Compliance-Fragen sollten Datenschutz- und Rechtsberatung hinzugezogen werden.
Fazit
Die Frage „CE oder PE" wird oft falsch gestellt – als ginge es um „kostenlos aber eingeschränkt" gegen „teuer aber vollständig". Tatsächlich ist die Community Edition für die überwiegende Mehrheit der Self-Hosting-Szenarien voll ausreichend. PE ergänzt eine klar abgegrenzte Enterprise-Schicht – LoRaWAN-Komfort, Advanced RBAC mit granularem Rollen-Mapping, White-Labeling, Reporting –, die für manche Use Cases genau richtig und für viele andere schlicht nicht nötig ist. Manche dieser Features lassen sich mit ergänzender Open Source (ChirpStack, Authentik) teilweise nachbauen, andere bewusst nicht.
Managed ThingsBoard von thingshost nimmt Ihnen die Edition-Entscheidung nicht ab, aber den Betrieb – für beide Editionen:
- ✓ Community oder Professional Edition – wir betreiben beide
- ✓ Flatrate statt Per-Device-Kosten der Cloud
- ✓ Daten in deutscher Infrastruktur statt US-AWS
- ✓ Hosting, Updates, Backups, Monitoring und Support inklusive Leistungsumfang und Bereitstellung mit WZ-IT abstimmen. Bereitstellung und Vertragsbedingungen werden mit WZ-IT im Angebot vereinbart. Es gibt kein Self-Service-Portal und kein automatisches Testabonnement.
Was Standard und Premium kosten und wie die Staffelung nach Geräten läuft, zeigen die thingshost-Preise für CE und PE.
Was die PE-Lizenz allein kostet und was im Managed-Preis zusätzlich enthalten ist, steht durchgerechnet auf der Seite zur ThingsBoard Cloud Alternative.
Leistungsumfang und Bereitstellung mit WZ-IT abstimmen. Bereitstellung und Vertragsbedingungen werden mit WZ-IT im Angebot vereinbart. Es gibt kein Self-Service-Portal und kein automatisches Testabonnement.
Lesetipp: ThingsBoard Hosting: Cloud vs. Self-Hosted vs. Managed und ThingsBoard vs. Grafana.
Quellen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ThingsBoard CE und PE?▼
Ist ThingsBoard CE wirklich kostenlos?▼
Welche Features fehlen der Community Edition?▼
Kann ich später von CE auf PE wechseln?▼
Brauche ich ThingsBoard PE für ein LoRaWAN-Projekt?▼
Was kostet ThingsBoard Professional Edition?▼
Kann ich SSO in ThingsBoard CE nutzen?▼
Wo werden meine Daten bei ThingsBoard Cloud gespeichert?▼
Wann sollte ich CE und wann PE wählen?▼
Lohnt sich Managed Hosting gegenüber der ThingsBoard Cloud?▼
Geschrieben von
Timo Wevelsiep
Co-founder, WZ-IT
Gründer von WZ-IT. Managed ThingsBoard IoT-Plattform Hosting. Fokus auf IoT-Infrastruktur, Datenvisualisierung und skalierbare Device-Management-Lösungen.
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